LMA

Der Geschmack eines Vulkans

Lanzarote · 2 Min. Lesezeit

Der Geschmack eines Vulkans
Foto: LastMinuteAdventure

Die kanarische Küche ist das, was entsteht, wenn eine Insel sich aus schwarzem Lavakies, Ziegen und dem Atlantik ernähren muss. Nichts daran ist umständlich: wenige Zutaten, alte Techniken — und ein Ergebnis, von dem man nicht mehr loskommt.

Beginnen Sie, wie hier jeder Tisch beginnt, mit papas arrugadas — kleinen Kartoffeln, in stark gesalzenem Wasser gekocht, bis die Schale schrumpelt und zu einer feinen weißen Kruste trocknet. Dazu kommt Mojo, die Sauce, die diese Küche ausmacht: mojo rojo aus roten Paprikaschoten, Knoblauch, Kreuzkümmel und Paprikapulver, eher warm als feurig; und mojo verde, grüner und sanfter, auf Koriander oder Petersilie gebaut und fast immer zu Fisch. Die Einheimischen werden Ihnen sagen, dass man die Kartoffeln mit Schale isst — und sie haben recht.

Das älteste Nahrungsmittel der Inseln ist gofio — geröstetes Getreide, fein vermahlen, von dem die Ureinwohner schon Jahrhunderte vor der Ankunft der Europäer lebten. Es hat überall überlebt: in Fischsuppen eingerührt, um sie zu binden, zu einem Teig geknetet, der zu fast allem passt, in Desserts aufgeschlagen, sogar löffelweise in der Morgenmilch der Kinder. Wenig anderes auf einer spanischen Speisekarte trägt so viel Geschichte mit sich.

Von den Ziegen — lange Zeit das verlässlichste Vieh der Insel — kommt der Käse: frisch, halbgereift und gereift, oft gebraten und mit Mojo oder mit Palmhonig serviert. Vom Meer kommt der Rest: vieja und cherne, in der Salzkruste oder schlicht gegrillt; Napfschnecken vom Grill mit Knoblauch und grünem Mojo; Oktopus; und sancocho, der Eintopf aus gesalzenem Fisch, der sonntags und an Festtagen auf den Tisch kommt. Seemannskost, auf einer Insel voller Seeleute.

Und dann ist da der Wein. In La Geria wachsen die Reben eine nach der anderen in Mulden, die in den vulkanischen Kies gegraben sind, jede geschützt von einer niedrigen Steinmauer — eine Landschaft, die es sonst nirgends gibt, und ein trockener, mineralischer Malvasía, der nach dem Boden schmeckt, aus dem er kam. Schließen Sie, wenn Sie noch können, mit bienmesabe, einer Mandelcreme, deren Name schlicht heißt: „Das schmeckt mir gut“.

Essen Sie dort, wo die Karte kurz ist und überwiegend auf Spanisch. Die beste Mahlzeit auf dieser Insel wird Sie vermutlich weniger kosten als die schlechteste.

Entdecke Lanzarote mit LMA

Mehr Geschichten

Eine von der Natur gemeißelte InselWeiß, Grün und Vulkanschwarz: die Architektur LanzarotesCésar Manrique: der Künstler, der eine Insel formteEin Ozean voller AbenteuerLeben unter den WellenTausend Jahre GeschichtenEin Strand für jede StimmungWein, der in Asche wächstDie Insel, die sich für Zurückhaltung entschiedWo Sportler zum Leiden herkommenDie Menschen, die diese Insel gemacht habenDie FeuerbergeDie blinde Krabbe: weiß, winzig und einzigartig auf der WeltIllustre Besucher: ein Palast als Geschenk unter Königen und das Haus, das Omar Sharif beim Kartenspiel verlor2.053 Tage Feuer: die Chronik der EruptionenAnbauen ohne Regen: die bäuerliche Ingenieurskunst, die die Welt staunen lässtDer hängende Garten von FamaraEin halber Vulkan, ein grüner See und eine tosende KüsteFlechten und Tabaibas: So kehrt das Leben nach einem Vulkan zurückDer Teufel von Timanfaya und die Jungfrau, die die Lava stoppteBerühmte Söhne und Töchter: der Physiker Einsteins, die Stimme von „El talismán" und der Barbier von HaríaDie Insel, die Piraten nie in Ruhe ließenDer Wind, der (fast) alles erklärtSurf: El Quemao, Famara und die Welle, die die Champions respektierenSegeln: das Meer der Passatwinde befahrenPuerto del Carmen: das Fischerdörfchen, wo alles begann (und die Papageien-Ecke)Überleben ohne Regen: die Tricks der KüstenpflanzenKreaturen aus einer anderen Welt unter deinen FüßenFünfzehn Millionen Jahre: die Veteranin des ArchipelsMalpaís, Lajial, Hornitos: lerne, die Laven zu lesenDer Lavatunnel, der sich ins Meer fortsetzt600 Grad unter deinen SchuhenWo Astronauten lernen, auf anderen Welten zu gehenDas weiße Gold: die Salinen, die eine halbe Flotte ernährtenDie Cochenille: das Insekt, das halb Europa rot färbteLa Graciosa: die achte Insel, ohne Asphalt und ohne EileWer lebt auf der Insel (und wer besucht sie)?Radsport: das Wintertrainingslager der ProfisDer Kalender der Insel: ein ganzes Jahr voller Feste und EventsGezeiten: der Ozean atmet zweimal am TagAloe vera: die grüne Apotheke der InselDie Wächter der Insel: Projekte, die sie schützenTeufelsgeschichten aus TimanfayaEuropas größtes Meeresreservat liegt gleich nebenanJenseits des Tourismus: was die Insel exportiert